Am letzten Samstagabend habe ich mich komplett ausgeklinkt und mich auf eine orientalische Reise ins Hamam Anatolia in München begeben.

Seitdem ich im Dezember 2015 im Heritage Spa in Marrakesch war, habe ich mir fest vorgenommen mich dieser Art von Waschung mindestens einmal im Vierteljahr zu unterwerfen.

Gesagt, getan: Meine Freundin Daniela und ich haben uns die „Orientalische Reise“ im Hamam Anatolia in München gebucht, bestehend aus Peeling, Seifenschaum- und Rosenöl-Massage. Abtauchen für komplette drei Stunden. Was in Marrakesch 70€ kostet, kostet in München dann gleich 125€. Aber egal – Wellness rules this weekend.

Vorbereitung

In Marrakesch machen bunte Stickereien, niedrige Decken, schummriges Kerzenlicht und Teppiche in der Umkleide („Camekan“) irgendwie Sinn. Aber nicht in München. Also gemütlich, heimelig oder gar edel ist was anderes.

Kaum ausgezogen, nur mit einem Hüft-Tuch („Pestemal“) bekleidet, tauchten wir dann ab ins Dampfzimmer („Hararet“) – einem riesigen Raum, der in völliger Dunkelheit liegt. Dort sollen wir uns jetzt erstmal den Alltag abduschen und uns dann eine Stunde die Zeit in Stille auf dem heißen „Nabelstein“ vertreiben. Damit bei der anschließenden Waschung auch ordentlich was runterkommt.

Von leiser Kling-Klang-Musik, die uns die Stunde der Zurückgezogenheit versüßt, keine Spur. Wir liegen auf diesem Riesenstein und es plappert unaufhörlich ein kleines Mädchen, dessen Mutter neben uns – auch auf dem Nabelstein – massiert wird. Irgendwie befremdlich und mir persönlich zu nah. In Marrakesch hatten wir einen ganz eigenen Raum – wir und unsere weiblichen Bademeister. Das war mir irgendwie lieber.

Waschung

Nach einer Stunde intensiver Wärme – und die braucht es wirklich um richtig schön vorbereitet zu sein – kommen die Bademeister um uns abzuholen: Reni und Alim. Zuerst bin ich froh, dass ich, nur mit dem Pestemal bekleidet, nicht von dem männlichen Bademeister („Tellak“) abgeschrubbt werde. Später stellt sich jedoch heraus, dass das sicher besser gewesen wäre, als das Streichel-Peeling und die Streichel-Schaummassage, die ich von meiner weiblichen Bademeisterin („Natir“), die kaum 45kg wiegt, bekommen habe. Denn ein bisschen Folter muss die Waschung schon sein.

Dann wird gepeelt was das Zeug hält – bis die Haut juckt und quietscht. Zwischendurch Unmengen warmen Wassers über den Körper. Dann wird mit herrlich weichem, duftendem Seifenschaum massiert. Das Jucken lässt nach. Immer wieder Unmengen an warmen Wasser über den Körper. Nach ca. 40 Minuten ist die Waschung vorbei. Der Dreck ist ab – irgendwie nicht nur äußerlich. Glatt, geschmeidig, wie neugeboren. Nicht nur sauber, sondern rein.

Handtuch um, Pestemal jetzt um den Kopf, Ayran in der Hand sitzen wir nun in einem sterilen Raum („Sogukluk“) und kühlen ab. Irgendwie schade, dass sich hier zum Thema „stilvolles Relaxen“ nicht ein bisschen von deutschen Wellness-Hotels abgeschaut werden kann.

Das danach

Wieder 30 Minuten später kommt Alim – Reni hatte ich zwischenzeitlich abgewählt – und führt mich in einen anderen sterilen Raum mit Teppich auf dem Boden – zur Rosenöl-Massage. Ich lausche dem Geräusch des Öls auf meinem Körper. Der Tellak kann massieren – aber sowas von. Ich entspanne komplett und verlasse 30 Min. später den Massageraum – nochmal neugeboren.

Im Camekan treffe ich Daniela wieder, die sich zwischenzeitlich noch einen Saunagang gegönnt hat. Wir sind supersauber, superhappy und supermüde. Im Juni machen wir das wieder.

Fazit:

Einen Besuch im Hamam kann ich nur empfehlen. Unbedingt eigene Flip Flops mitbringen und – wenn ihr mich fragt – lieber einen Tellak als eine Natir buchen. Peeling- und Seifenschaum-Massage sind Pflichtprogramm. Die Rosenöl-Massage ist ein nice-to-have on top.

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